Sitzung des Stadtrats am 11.03.2021

Antrag der FREIE WÄHLER Fraktion zur Aufstellung eines Zukunftsplans für die Innenstadt nach der Pandemie

Antrag:

Der Stadtrat möge beschließen, dass die Verwaltung beauftragt wird, einen Zukunftsplan für die Entwicklung der Innenstadt nach der Pandemie zu entwickeln. Bei der Erstellung sollen alle maßgeblichen Akteure und Betroffene aus Wirtschaft und Verwaltung eingebunden werden, wie Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Immobilienwirtschaft, Tourismus (Städtetourismus!), ÖPNV. Projekt Smart City und Kultur. Der Zukunftsplan soll auch Maßnahmen von Hilfe zur Selbsthilfe beinhalten. Dabei sollen alle Fördermöglichkeiten durch Land, Bund, EU und weiteren Institutionen erkundet und eingesetzt werden. 

 Begründung:

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Schließungsmaßnahmen im Rahmen der Pandemiebekämpfung treffen Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Immobilienwirtschaft und Kultur und damit die wesentlichen Akteure des innerstädtischen Lebens besonders hart. Die verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen von Bund, Land und Kommunen beziehen sich auf die aktuellen Notlagen. Höchste Dringlichkeit hat ebenso die Beschäftigung mit der Zukunft.

Bleibende Umsatzverluste im stationären Bereich, die durch die Pandemie und verschiedene weitere Ursachen verursacht sind, reduzieren massiv den Bedarf und den Wert der innerstädtischen stationären Flächen. „Die Interviews mit Handelsexperten zeigen, dass der Handel bis zum Jahr 2030 eine Flächenreduktion von etwa 50 Prozent erwartet und antizipiert in der Spitze Schrumpfungen von bis zu 70 Prozent.“ So eine aktuelle Studie vom EHI Retail Institute e.V. in Köln. Das wiederum hat massive und komplexe Auswirkungen auf die Immobilienentwicklung in der Innenstadt. Auch der Städtetag Rheinland-Pfalz sieht die Innenstädte stark unter Druck und fordert aktuell massive Unterstützung für die Innenstädte, an vorderster Stelle zukunftsfähige Innenstadtstrategien.

Für den beantragen Zukunftsplan gibt es auch positive Signale nach der EHI Studie: „Bei aller technologischer Unterstützung: Der Mensch bleibt wichtigster Faktor im Handel, hierüber sind sich 88 Prozent einig. Für 60 Prozent der Konsumenten werden Begegnungen mit Menschen in einem Ladengeschäft zunehmend wichtig.“

Und die aktuelle Trendanalyse „Mobilität in der City“ (Outmaxx Media, Stuttgart) ergänzt: „Damit ……die Innenstädte wieder zum pulsierenden Ort der Städte wird, wünschen sich die Hälfte der Bürger*innen (55 %) den Ausbau von Grünflächen, Parks und Erholungsgebieten in der Stadt. Fast ebenso viele plädieren für mehr Fußgängerzonen beziehungsweise verkehrsberuhigte Bereiche. Auch die Anbindung des Umlands an die Stadt durch den öffentlichen Personennahverkehr ist wichtig. 41 Prozent würden sich darüber freuen.“

Um die Attraktivität der Innenstadt wieder herzustellen, zu erhalten und möglichst zu steigern, bedarf es vieler vor allem innovativer Ansätze.

Die zu erwartenden Förderprogramme von EU, Bund, Land werden erfahrungsgemäß die Städte abgreifen, die rechtzeitig Konzepte entwickelt haben. Auch deswegen ist Eile geboten.

„Koblenz – Muster für die Innenstadt der Zukunft“ kann der Titel für den Zukunftsplan sein.